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Internationales Steuerrecht

Das „internationale Steuerrecht“ als Spezialgebiet des Steuerrechts befasst sich mit der Problematik grenzüberschreitender Sachverhalte, die für die Besteuerung von natürlichen Personen sowie Personen- und Kapitalgesellschaften von Bedeutung sind. Dies insbesondere vor dem Hintergrund der fortschreitenden Globalisierung, welche die Staaten enger aneinander bindet, sodass auch das Bedürfnis nach Rechtssicherheit im Steuerrecht steigt.

Ohne eine gesetzliche Regelung würde es regelmäßig zu einer Doppelbesteuerung der grenzüberschreitenden Aktivitäten kommen. Denn sowohl der Ansässigkeitsstaat des Steuersubjekts als auch der Staat, auf dessen Territorium die Aktivität ausgeübt wird, haben ein natürliches Interesse daran, das Steuersubstrat aus der Tätigkeit zu erhalten. Um diese Doppelbesteuerung zu vermeiden, haben sich die meisten Staaten der Welt in der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) auch zu diesem Themenkreis zusammengefunden und ein Musterabkommen zur Vermeidung entwickelt, welches ständig aktualisiert wird. Mit Schreiben vom 18. Januar 2017 hat das BMF (Bundesfinanzministerium) den Stand der Doppelbesteuerungsabkommen mit anderen Staaten, die weit überwiegend auf diesem Musterabkommen basieren, auf den 1. Januar 2017 veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt hatte Deutschland mit über 102 Staaten ein Abkommen zur Vermeidung der doppelten Besteuerung von Einkommen und Vermögen abgeschlossen; weitere sind derzeit in der Bearbeitung und die Liste wird von Jahr zu Jahr länger. Allerdings ist auch anzumerken, dass Deutschland einige wenige Abkommen aus den verschiedensten Gründen wieder beendet hat, häufig deshalb, weil eine klare Regelung, die die deutschen Interessen angemessen berücksichtigen soll, nicht zu finden war (z.B. Brasilien). Darüber hinaus ist bemerkenswert, dass auf dem Gebiet der Erbschaft- und Schenkungsteuer mit nicht einmal sechs Staaten weltweit ein Abkommen abgeschlossen wurde, sodass hier akuter Handlungsbedarf besteht, sobald ein derartiger Steuersachverhalt erkennbar ist. Besondere Vorsicht ist immer dann geboten, wenn der „andere“ Staat kein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland abgeschlossen hat, denn hier gelten besondere Regelungen, deren Kenntnis zur Vermeidung oder Minimierung der Belastungen unabdingbar ist.

Das deutsche Steuerrecht ist, da werden sicherlich viele zustimmen, schon kompliziert genug, sodass der Steuerberater immer die erste Adresse für den guten Rat ist. Die Komplexität des internationalen Steuerrechts hat jedoch derart zugenommen, dass der Gesetzgeber erkannt hat, dass dieses weite Fachgebiet durch die ohnehin schon große Stofffülle im Steuerberaterexamen bei Weitem nicht abgedeckt werden kann und wird. Auf der Grundlage der Beschlüsse der Satzungsversammlung der Bundessteuerberaterkammer ist daher im Jahr 2007 die Fachberaterordnung in Kraft getreten. Steuerberater können seit dem zusätzlich den Titel „Fachberater für Internationales Steuerrecht“ erwerben. Dieser Titel wird von der Steuerberaterkammer amtlich verliehen und wird daher neben der Berufsbezeichnung „Steuerberater“ geführt. Diese neugeschaffene Spezialisierungsmöglichkeit trägt damit der wachsenden Bedeutung des grenzüberschreitenden Wirtschaftsverkehrs und der zunehmenden Zahl von Mandanten mit Auslandsbezug Rechnung.

In Deutschland gibt es bei über 85.570 Steuerberatern lediglich 1011 Fachberater für Internationales Steuerrecht (Stand Januar 2016). Dies entspricht einem Anteil von 1,18 %. Dies drückt nicht zuletzt auch den hohen Anspruch aus, den der Gesetzgeber mit der Prüfung verbindet.

Seit dem Jahr 2009 ist unsere Kanzlei entsprechend spezialisiert. Fordern Sie unsere Fachkompetenz bei allen Fragen im Zusammenhang mit grenzüberschreitenden Sachverhalten. Hierzu gehören nicht nur die steuerrechtliche Prüfung der Folgen bei der Eröffnung von Betriebsstätten/Niederlassungen im Ausland (EU und sämtliche Drittstaaten), sondern auch alle Fragen bei der richtigen Ermittlung von angemessenen Verrechnungspreisen zwischen Konzernunternehmen. Auch bei der Frage der Wegzugsbesteuerung von Privatpersonen und Unternehmen sind wir der richtige Ansprechpartner. Nicht zuletzt bearbeiten wir die verschiedensten steuerlichen Fragestellungen von Auftraggebern aus dem Ausland.

 

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